Dass Eishockey in Weißwasser Tradition hat, ist fast schon eine Untertreibung –Eishockey und Weißwasser gehören einfach zusammen. Sieben Jahrzehnte, d.h. genau seit 1929, wird in Weißwasser Eishockey gespielt und das äußerst erfolgreich. Der kleine Ort in der Lausitz mit ca. 25.000 Einwohnern, nahe der polnischen Grenze, gehörte bis Kriegsende zu Schlesien, heute Sachsen. Bereits 1937 wurde Eishockey Weißwasser, so der damalige Name des Vereins, Schlesischer Meister, vor den arrivierten Vereinen wie EV Breslau, EV Hindenburg (heute Zabbrze) und Waldenburger EV aus dem Riesengebirge. Insgesamt sechs Mal holte der Verein bis Kriegsende diesen Titel. Nach Kriegsende wurde bald wieder Eishockey gespielt. Unter den Namen Kristall Weißwasser, Ostglas Weißwasser, Chemie Weißwasser und seit 1953 Dynamo Weißwasser wurden die Lausitzer nicht weniger als 25mal (!) Meister der damaligen DDR.

Der Bau des ersten Kunsteisstadions 1959 mit sagenhaften 12.000 (!) Plätzen, war ein weiterer Meilenstein in der Vereinshistorie. Oft war das Stadion randvoll und die Zuschauer verbreiteten bei den entscheidenden Spielen eine unnachahmliche Atmosphäre. Im In- und Ausland erlangten Weißwassers Eishockeyspieler Anerkennung, innerdeutschen Spielverkehr gestattete die DDR-Sportführung allerdings nur in den Anfangsjahren. So traf Weißwasser 1950 und 1951 auf den amtierenden bundesdeutschen Meister Preußen Krefeld. Einer 2:6 Niederlage in Krefeld stand ein 8:4 Sieg in Weißwasser entgegen. 1956/57 spielte man bei dem damaligen Bundesligisten Bad Tölz (2:4), SC Riessersee (7:7) und Düsseldorfer EG (8:4). Die Weißwasseraner erarbeiteten sich damals eine Menge Respekt gegen die wesentlich höher eingeschätzten Westdeutschen. Danach war leider Schluss mit den deutsch-deutschen Duellen.

Die schwärzeste Stunde schlug in Weißwasser 1970, als die DDR-Sportführung beschloss, Leistungseishockey nur noch bei zwei Vereinen – Dynamo Weißwasser und Dynamo Berlin (heute Eisbären Berlin) – zuzulassen. Aber beide Vereine hielten die Fahne aufrecht und spielten fast 20 Jahre den DDR-Meister unter sich aus. Mitunter eine ermüdende, häufig aber sehr spannende und emotionale Angelegenheit.

Von 1990 bis 1992 (unter PEV bzw. ES Weißwasser) sowie 1994 bis 1996 war man Mitglied der höchsten deutschen Spielklasse, zu DEL-Zeiten unter den Namen ESG Sachsen Weißwasser / Chemnitz. Seit der Saison 1996/97 etablierte man sich in der Bundesliga, heute zweithöchste Profiliga, und stieß 1998 bis ins Halbfinale vor. Beispielhaft ist die Nachwuchsarbeit des Vereins. Sie ist eine der Besten in Deutschland und schrieb die Erfolgschronik auch in jüngster Vergangenheit kontinuierlich fort. Die Schüler-, Jugend- und Juniorenmannschaften holten in den 90-iger Jahren sechs Meisterschaften und belegten darüber hinaus 7mal weitere Medaillenplätze.